Winterzeit in Schweden

Schweden wie im Bilderbuch


Minus 20,5 ° - das war definitiv eine Prämiere sowohl für uns 2- wie auch die 4-Beiner. Seit ca. 10 Tagen leben wir im Winterzauber. Es hat ordentlich geschneit, die Bäume sind alle mit weiss gezuckert und der Schnee funkelt in allen Farben des Regenbogens. Traumhaft schön ist es hier, so stellt man sich Winter vor.


Der Ausritt mit den Pferden erinnert an Aschenbrödel und wenn die Sonne vom blauen Himmel strahlt ist das Leben perfekt.

Die Pferde vertragen die Kälte gut. Wir füttern einfach etwas mehr als sonst. Dadurch kann ihr Körper genügend Wärme produzieren und da es eine trockene Kälte ist machen ihnen auch die extremen Minustemperaturen nichts aus.

Wir haben letzte Woche 20 Grossballen bekommen, somit können wir problemlos auch die doppelte Menge an Futter geben, sollte die fleissige Marie noch länger bei Frau Holle weilen.

Zu unsere grossen und freudigen Überraschung sind die 20 Ballen sogar richtiges Heu! Das ist hier oben relativ schwierig zu bekommen, da die meisten eine trockene Heusilage machen. Wir hatten diese bisher auch, und es ging auch absolut problemlos. Aber wenn ich die Wahl habe, dann bevorzuge ich ganz klar Heu.


Aktuell hat nur Amy etwas Mühe mit dem Schnee. Irgendwie ist die Konsistenz dieses Jahr ganz speziell. Sie kann kaum 5 Schritte gehen bevor die Pfoten mit Eisklumpen gefüllt sind und wir ihr helfen müssen. Heute haben wir aber jetzt Schuhe für sie gekauft und somit ist ihre Welt wieder in Ordnung. So sehr, dass sie heute problemlos einen Hasen bis zum See verfolgen konnte und beinahe hinter ihm her über das Eis rannte - zum Glück nur beinahe.



Unsere Weihnachtsbeleuchtung hängt auch schon seit dem1. Advent und ein paar Tannen stehen schon jetzt beleuchtet vor dem Haus. Wenn man schon seine eigenen Bäume im Wald holen kann dürfen es auch ein paar mehr sein finde ich.



Ausserdem gibt es in Schweden den wunderschönen Brauch von Väntljusstake - sunwait. Da zündet man an 6 Donnerstagen vor der Wintersonnenwende jeweils eine Kerze an - ähnlich wie beim Adventskranz. Ich finde das ein wunderschöner Brauch und habe den natürlich gleichübernommen. Man kann ja sowieso nie zu viele Kerzen im Haus haben, also passt das doch super in die Dunkelheit des schwedischen Winters.




Vor ein paar Wochen hatte ich die Gelegenheit, hier im Dorf einen kleinen Einblick in meine Arbeit mit Kräutern, Salben, Tinkturen und all den Sachen zu geben, die ich so herstelle. Es war eine ganz tolle Chance, den Schweden die Kräuterheilkunde wieder etwas in Erinnerung zu rufen - die meisten konnten sich nämlich noch daran erinnern, wie ihre Grosseltern zB. auch Schafgarbentee oder Schwedentropfen eingenommen hatten - und natürlich eine wunderbare Möglichkeit mein Schwedisch anzuwenden. Obwohl mir noch viele Worte fehlen und ich immer wieder anstehe, weil ich mich noch nicht gut genug ausdrücken kann, mache ich langsam aber sicher Fortschritte. Zumindest wechselt inzwischen kein Schwede mehr zu Englisch, was ich doch als kleinen Erfolg sehe und bis auf das immer noch sehr anstrengende Telefonieren klappt die Verständigung im Alltag schon sehr gut.


Aktuell merkt man schon, dass die Tage kürzer sind. Es beginnt bereits um ca. 15:00 dunkel zu werden und spätestens um 16:00 ist dann auch wirklich Nacht draussen. Bisher finde ich es aber gar nicht störend, ganz im Gegenteil. Wir sind so viel draussen durch den Tag, dass es auch schön ist, wenn man dann abends ein paar Stunden mehr Zeit für alles drinnen findet. Wie gesagt brennen dann ganz viele Kerzen und Fensterlichter, man trinkt einen Tee oder einen Glögg und hat Zeit und Muse auch mal etwas zu basteln oder endlich das Abenteuer "Nordwegenmuster-Pulli" in Angriff zu nehmen.





Seit bald 3 Wochen sind unsere älteste Tochter und unser erstes "Barnbarn" bei uns in den Ferien. Die Kleine ist jetzt bald 3 Monate alt und wir geniessen jede Minute mit den beiden. Da sie ja in der Schweiz wohnen sehen wir sie leider nicht so oft, deshalb geniessen wir die gemeinsame Zeit natürlich um so mehr. Und da wir jetzt ein paar Wochen zusammen verbringen dürfen erleben wir auch wirklich einen kleinen Einblick in ihren Alltag und lernen sie auch wirklich kennen. Und dass sie die schönste, tollste, liebste, klügste, beste und einzigartigste Prinzessin der ganzen Welt ist muss ich ja wohl nicht extra erwähnen.


Unser Kundenkreis ist auch langsam aber stetig am Wachsen und inzwischen haben wir auch schon einige schwedische Kunden, was uns natürlich ganz besonders freut. Daheim ist momentan nicht so viel zu tun. Der Rasenmäher ist im Winterschlaf und der Gemüsegarten unter einer dicken Schneedecke im Dornröschenschlaf. Das Boot liegt am Strand da der See mit einer Eisschicht bedeckt ist und sogar die Hühner trauen sich kaum aus dem Haus. Nur die Wildvögel sind fleissig am Futter suchen und freuen sich über die tägliche Portion an Samen und Nüssen. Die ganze Welt scheint etwas gemütlicher und langsamer und die Stille im Wald ist beruhigender als jede Meditationsmusik. Genaus so soll Winter sein. Zeit für Rückzug, inne halten und zur Ruhe kommen. Gemütliche Abende mit Gesprächen und Zeit um einfach zu sein. Es ist ein Geschenk, in dieser Zeit einfach ohne schlechtes Gewissen und mit einem guten Gefühl in die Ruhe zu gehen.





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